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Aktivierte Mikroglia in 3D

Wissenschaftsbild - Nummer 4

Eine 3D-Grafik eines angeschnittenen Hippocampus der Maus

Unter Mikroglia (auch Hortega-Zellen oder Mesoglia genannt) versteht man eine Gruppe von Immuneffektorzellen des zentralen Nervensystems (ZNS). Formal gehören diese Zellen zwar zur Familie der Gliazellen, es handelt sich bei Mikrogliazellen aber im eigentlichen Sinne um Zellen des mononukleär-phagozytären Systems (MPS) – einem Teil des Immunsystems.

Aus dem Namen lässt sich ableiten, dass es sich hierbei um die kleinsten Vertreter der Gliazellen handelt. Mikroglia, die ungefähr ein Fünftel aller Gliazellen ausmachen, sind vom Aussehen her schmale, lang gestreckte Zellen mit einem irregulären, länglichen Zellkern. Ihre Zellfortsätze können fein und mehrfach verzweigt sein. Zu finden sind die Mikroglia im gesamten ZNS – sowohl in der weißen als auch in der grauen Substanz.

Welche Aufgabe haben nun solche Mikrogliazellen? Diese liegt in der aktiven Immunabwehr im ZNS, wo sie potenziell pathogen (krankheitsauslösend) wirkende Substanzen erkennen und beseitigen. Auf diese Weise schützen sie in erster Linie die sehr sensiblen Neuronen des ZNS vor irreversiblen Schäden. Darüber hinaus wirken sie unterstützend auf die Nervenzellen bei der Regeneration nach Verletzungen. Bevor die ruhenden Mikrogliazellen aktiv werden, bedarf es bestimmter stimulierender Substanzen. Mithilfe ihrer amöboiden Fortbewegungsweise sammeln sich die Zellen dann am Ort der Läsion. Dort werden Zellreste von abgestorbenen Nervenzellen und Oligodendrozyten durch Phagozytose beseitigt (dieser Vorgang lässt sich trefflich mit der altgriechischen Wortherkunft beschreiben: φαγεῖν/phagein = fressen und κύτος/cýtos = Zelle). Man spricht dann von »Abräumzellen«.

Die oben gezeigte Mikroglia ist eine Rekonstruktion einer realen Zelle aus der Wirbeltiernetzhaut (Danke an Dr. E. Ulbricht, Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung); sie ist bereits aktiviert, was durch die stark verkürzten und verdickten Zellfortsätze erkennbar ist.