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Kanincheneule (Athene cunicularia)

Naturbild - Nummer 19

Kanincheneule (Athene cunicularia) in den venezolanischen Llanos

Unsere Reise durch die Tierwelt bringt uns heute in die venezolanischen Llanos. In dieser flachen Graslandschaft, die stellenweise einer Halbwüste ähnelt, ist eine außergewöhnliche Eule beheimatet. Mit souveränem Blick posiert sie für unsere Aufnahme, als wäre es bereits die zehnte für heute. Die Kanincheneule (Athene cunicularia) ist ein stolzes Tier.

Verglichen mit ihren Verwandten führt die Kanincheneule eine alternative, um nicht zu sagen völlig untypische Lebensweise. Wer hätte gedacht, dass Eulen untertage hausen? Ihre bis zu einem Meter tiefen Bodenhöhlen erinnern stark an Kaninchenbauten – daher auch ihr Name. Mit kurzem Schwanz und langen Beinen hat sich der recht große Greifvogel an jenen Lebensraum bestens angepasst. Auch auf die eulentypischen Federohren verzichtet die Kanincheneule komplett. Solch filigranen Schmuck kann sie sich im harten, erdnahen Alltag schlicht nicht erlauben.

Am aktivsten wird der dennoch gewandte Flieger gegen Dämmerungs- und damit Jagdbeginn. Hier offenbart sich eine weitere Besonderheit: Kanincheneulen benutzen Jagdwerkzeug! Sowohl außerhalb als auch in ihren Höhlen legt der clevere Genießer Köder aus. Zwar stehen auch Reptilien auf dem Speiseplan, Mistkäfer sind jedoch ihre Leibspeise. Von guten Manieren einmal abgesehen, ist der Gebrauch von fremdem Kot zum Anlocken der Insekten schon ziemlich raffiniert. Schließlich gehen Mistkäfer für Mist ja lange Wege …

Über eine weitere Tierart der venezolanischen Llanos, dem Großen Ameisenbär, gibt es hier mehr Informationen.