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Nasenaffe (Nasalis larvatus)

Naturbild - Nummer 6

Nasenaffen (Nasalis larvatus) aus Borneo

Er hat die vermutlich auffälligste Nase im gesamten Tierreich: was der männliche Nasenaffe (Nasalis larvatus) im Gesicht trägt, lässt sich eindeutig mit einer Essiggurke assoziieren. Beheimatet ist der Nasenaffe ausschließlich auf Borneo, wo ihn die Ureinwohner »Kera Bellanda« nennen – übersetzt »Holländeraffe«. Inspirierend wirkte hierbei angeblich die Ähnlichkeit jenes roten Riechwerkzeugs mit den sonnenverbrannten Nasen der ehemaligen Kolonialherren aus den Niederlanden. Zweck oder Vorteil dieses Prachtstücks konnte bislang nicht zweifelsfrei festgestellt werden. So verstärkt es zwar Lautäußerungen durch Resonanz und imponiert den begehrten Weibchen (die selbst kleine Stupsnasen tragen), jedoch spielt manchmal der Zufall der Evolution auch einfach einen kleinen Streich…

Obwohl der Nasenaffe zur Familie der Schlank- und Stummelaffen (Colobinae) gehört, schmückt ihn offensichtlich ein kugelrunder Bauch. Dieser kommt wahrlich nicht von ungefähr, denn als ausschließlicher Blattesser bevorzugt er nicht gerade eine leicht verdauliche Nahrung. Darüber hinaus sind Blätter auch nicht besonders energiereich, was folglich durch schiere Masse kompensiert werden muss. Kein Wunder, dass der Nasenaffe ständig mit dem Fressen beschäftigt ist. Um der recht kargen Kost nun doch noch genügend Energie abzugewinnen, verfügt der Nasenaffe über ein ausgeklügeltes Magensystem, das dem eines Wiederkäuers nicht unähnlich ist (unsere heimische Kuh hat ja bekanntlich mit den selben Problemen zu kämpfen). Übrigens wird die Nase mit fortschreitendem Alter immer größer, so dass alte Männchen sie beim Essen ab und an zur Seite schieben müssen, um barrierefrei speisen zu können. Na dann – guten Appetit!