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Perineuronales Netz eines Motoneurons in 3D

Wissenschaftsbild - Nummer 11

Perineuronales Netz eines Motoneurons in 3D

Heute wenden wir uns einer auffallend schönen Struktur des Nervensystems zu – dem »perineuronalen Netz«. Nicht alle Nervenzellen schmücken sich mit diesem Accessoire, aber einige, wie das abgebildete Motoneuron aus dem Rückenmark, tragen kräftige Netzhemden. Hauptbestandteil sind hochpolymere Zucker-Protein-Komplexe, die in der Zelle gebildet und dann nach außen geschleust, verwoben und mit der Zellmembran verankert werden (sie sind eine Sonderform der sogenannten »extrazellulären Matrix«). Der Netzcharakter entsteht durch zahlreiche weitlumige Maschen; hier findet der Zell-Zell-Kontakt über Synapsen statt.

Obwohl man die perineuronalen Netze seit mehr als einhundert Jahren kennt (der spanische Anatom Ramon y Cajal hat sie als erster entdeckt und gezeichnet), ist ihre Funktion noch nicht endgültig geklärt. Sicher scheint, dass die Netze auf Grund ihrer physikochemischen Eigenschaften maßgeblichen Einfluss auf die Verteilung und Verfügbarkeit wichtiger Ionen in den Zellzwischenräumen haben. Gerade Nervenzellen, die schnell feuern und dringend Nachschub an Ionen brauchen, sind deshalb besonders häufig von perineuronalen Netzen umgeben. Zieht man diesen Zellen experimentell Ihre Netzhemden aus, ist die Feuergeschwindigkeit tatsächlich messbar reduziert. Außerdem werden auch Schutzfunktionen diskutiert. Bei neurologischen Erkrankungen (z. B. Schlaganfall) bleiben netztragende Zellen auffallend lange intakt. Gerade diese Eigenschaft ist Gegenstand intensivster Forschung. Und natürlich werdet ihr hier als erstes erfahren, wenn es Neues dazu gibt… :)