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Sambarhirsch (Rusa unicolor)

Naturbild - Nummer 23

Sambarhirsch (Rusa unicolor)

Kaum ein zweites Tier wandelt so majestätisch durch die Wälder wie der Hirsch. Selbst wenn er zumeist scheu davonläuft, tut er dies mit Stil. Wir befinden uns im indischen Ranthambore-Nationalpark. Plötzlich stehen uns zwei Sambars (Rusa unicolor) gegenüber. Hinter jenem Hirsch, den erstmals Aristoteles in erstaunlicher Simplizität als »ein Tier Indiens mit dreiendigen Geweihstangen« beschrieb, steckt weit mehr als man zu glauben vermag.

Am Tage lieber ruhend ist der Sambarhirsch überwiegend nachtaktiv. Zudem meidet er überflüssigen Kontakt und ist somit selten anzutreffen. Wer jedoch hinter dem Hirsch einen gebrechlichen Angsthasen vermutet, dem macht der Sambar einen gewaltigen Strich durch die Rechnung: bis zu 300 Kilogramm bringt ein ausgewachsenes Männchen auf die Waage. Sein äußerst robuster Körper macht ihn zu einem Kraftpaket, das in seinem Lebensraum – mit Ausnahme des Tigers – seinesgleichen sucht. Das dem Männchen vorbehaltene Geweih kann über 1 Meter lang werden. Tatsächlich gehört der Sambar zu den wenigen Hirschen, die wissen, wie man aktive Gegenwehr buchstabiert. Rückt ihm ein unliebsamer Gast zu Leibe, schlägt seine Eleganz in Aggression um. Vor allem während der Brunft verliert der rau befellte Hirsch so manche Manier, suhlt sich im Schlamm und verströmt einen strengen Geruch durch den Wald.

In den lichten Wäldern Asiens gefällt es dem Sambar übrigens am besten. Dabei muss es nicht zwingend Flachland sein: Berghänge stören ihn ebenso wenig wie Höhen von über 3.000 Metern. Selbst Sumpfgebiete stellen kein Problem dar, schließlich ist der Sambar ein vorzüglicher Schwimmer. Ein solch agiles Schwergewicht will entsprechend versorgt werden. Wie wir Menschen muss auch der Hirsch viel trinken und so entfernt er sich nie allzu weit vom Wasser. Erstaunlicherweise begnügt sich der Wiederkäuer mit ausschließlich vegetarischer Kost. Gräser und Kräuter, Beeren und Früchte – das war's. Trotz aller Kraft könnte der Sambar keiner Fliege etwas zu Leide tun…