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Das Keilbein und der menschliche Schädel in 3D

Wissenschaftsfilm - Nummer 3

Heute zeigen wir euch in unserem Wissenschaftsvideo den wahrscheinlich kompliziertesten Einzelknochen des menschlichen Skeletts, das Keilbein. Als Goethe seinen Faust auf die berühmte Gretchenfrage antworten lässt: "Name ist Schall und Rauch", hätte auch das Keilbein Inhalt der Konversation sein können. Denn wer glaubt, es handelt sich dabei um einen keilförmigen Knochen der unteren Extremität, wird semantisch schlicht getäuscht.

Noch im Althochdeutschen wurden Teile des Skelettes als Bein bezeichnet. Deshalb gibt es auch heute einige Knochennamen, bei denen Bein ein Wortbestandteil ist. Das trifft insbesondere auf die Schädelknochen zu. Und genau hier ist auch unser Keilbein zu Hause. Es ist integraler Bestandteil der Schädelbasis (es hat zu allen Gehirnschädelknochen Kontakt) und formt zusammen mit dem Hinterhauptbein deren tragende Mittellinienstruktur. Außerdem bildet es die Grenze zwischen vorderer und mittlerer Schädelgrube. Zahlreiche Öffnungen und Kanäle sorgen für Durchtrittsstellen wichtiger Hirnnerven (z. B. der optischen Nervs) und großer Blutgefäße.

Bei der Frontalansicht (zu Beginn des Videos) wird schnell klar, warum das Keilbein (Os sphenoidale) ursprünglich Wespenbein (Os Sphecoidale) genannt wurde. Mit ein wenig Fantasie lassen sich die markanten Strukturen des Schädelknochens mit den Flügeln, Augen und Beinen jenen Insekts assoziieren. Es wird vermutet, dass erst ein Übersetzungsfehler durch Mönche den Einzug des gestreiften Hautflüglers mit der engen Taille in die Anatomiebücher verhinderte. Schade eigentlich …