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Seidenspinne (Nephila pilipes)

Naturbild - Nummer 21

Seidenspinne (Nephila pilipes)

Leiden Sie an Arachnophobie? Keine Angst, dann können Sie getrost aufatmen. Denn diese Spinne ist in Europa nicht zu finden. Unser heutiges Motiv gehört zur Gattung der »Seidenspinnen« (Nephila spec.) und ist ein wahres Multitalent.

Markante, gelbe Muster zeichnen dieses Seidenspinnen-Exemplar ebenso aus wie die langen Beine mit orangerot gefärbten Streifen. Doch wer nun meint, dies wäre die einzige und ultimative Gestalt einer Seidenspinne, täuscht sich gewaltig. Jener Gattung gehören unzählige Arten mit wiederum mehreren Erscheinungsformen an. Aufgrund der stark ausgeprägten Zweigestaltigkeit (griech. Dimorphismus) existieren zu vielen Arten mehrere Synonyme. Hier in Malaysia ist ein recht junges Weibchen der Art »Nephila pilipes« zu sehen. Es befindet sich gerade bei der Arbeit – wie alle Spinnen ist die Seidenspinne von Beruf Weberin. Dabei macht ihr auch so schnell kein zweites Tier etwas vor. Sie webt Netze bis zu einem Durchmesser von 1 Meter, die nicht nur äußerst stabil, sondern auch extrem klebrig sind. Wie auf dem Bild zu erkennen ist, sind einige Fäden goldgelb. Bemerkenswert ist auch der Recycling-Prozess der Seidenspinne: beschädigte Fäden werden kurzerhand verspeist, dienen als Proteinquelle und ermöglichen damit die Produktion neuer Seide. Ansonsten isst die Spinne alles, was sich im Netz verfängt. Sogar kleine Vögel fielen schon der enormen Klebrigkeit zum Opfer. Üblicherweise bestehen ihre Mahlzeiten jedoch aus Schmetterlingen, Fliegen, Grillen und Wespen.

Seidenspinnen sind auch Nutztiere. Im südpazifischen Raum dienen die Weibchen als Fischnetzhersteller. Aufgestellte Bambusrohre als Rahmen genügen; die Spinne erledigt den Rest. Darüber hinaus vertilgen Ureinwohner die Weibchen als Proteinzusatz – entweder roh oder geröstet. Mit Kartoffeln oder Salat gemischt sind sie mancherorts ein beliebtes Gericht. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden …